Die Schlosskapelle

Im Jahr 1641 beschlossen die Herren von Gartrop, dem Ort ihres Stammsitzes eine eigene reformierte Patronatsgemeinde zu stiften. Zu den Mitgliedern dieser Gemeinde gehörten nicht nur die Schlossbesitzer selbst und ihre Familien, sondern auch die abhängigen Pächter der Ländereien und die sogenannten „Bewohner der Schlossfreiheit“, die unabhängigen Bürger.

Für sie alle wurden ab sofort Gottesdienste in einem Raum des Schlosses abgehalten. Doch natürlich konnte das nur eine Übergangslösung sein – schließlich sollte dem lieben Gott auf Dauer ein ganz besonderer Platz auf Gartrop gewidmet werden. Das geschah dann auch im Jahr 1698, als auf dem Schlossgelände eigens eine Kapelle und ein Pfarrhaus erbaut wurden. Ganz in der Nähe, im Park, findet sich das Mausoleum, in dem die Mitglieder der Familie ihre letzte Ruhe fanden.

Die Kapelle wurde später, im Jahre 1836, noch einmal neugotisch umgebaut – und in dieser Form können Sie sie auch heute noch besichtigen. Für die Gestaltung der Fassade stand damals die portugiesische Klosterkirche St. Bathalia aus dem 14. Jahrhundert Modell: Deren Gesicht prägt eine reizvolle Mischung gotischer und maurischer Stilelemente, die in Gartrop übernommen wurden. Im Inneren des Gotteshauses umrahmen vier Pfeiler den reich gegliederten Mittelteil, die Wände des Portals zieren dünne, rote Säulen aus Keramik. Eine großartige Widmungstafel aus Sandstein erinnert an den Stifter, Albrecht Georg von Hüchtenbruck.

Ein Lichtblick – im wahrsten Sinne des Wortes – sind die Gläser der gusseisernen Maßwerkfenster: Sie strahlen in bunten Farben und spenden dem Innenraum eine freundliche Helligkeit. Bis 1990 wurden in der Kapelle regelmäßig Gottesdienste abgehalten. Heute, rund 20 Jahre später, stehen ihre Türen wieder offen – und wir freuen uns, dass so viele hier ihre Hochzeit oder die Taufe ihrer Kinder feiern möchten. Schließlich könnte Gartrop keinen schöneren Platz im Leben „seiner“ Menschen finden …

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